„Die 4. Revolution“

Am letzten Donnerstag war ich wie angekündigt zum Start des Films „die 4. Revolution“ im Kino. Wir hatten 100 Karten für unsere MitarbeiterInnen und ihrer Familien und Freunde zur Verfügung gestellt. Das Thema ist für die Zukunft von größter Relevanz. Unser Unternehmen möchte jegliche Alternativen die sich mit zukunftsweisenden Themen für die positive Gestaltung unserer Erde engagieren unterstützen bzw. den MitarbeiternInnen einen Zugang zu dem Wissen verschaffen. Im Sinne der Weiterbildung im Feld der sozialen Kompetenz ein wichtiger Baustein.

Die Marke „pro clima“ steht für gutes Klima in jeglichem Zusammenhang. So war auch die Intention am letzten Donnerstag. Der überwiegende Teil der Belegschaft war dabei.

Mein persönliches Fazit ist gemischt ausgefallen. Letztlich spielt auch der äußere Rahmen zu der Veranstaltung eine wichtige Rolle. An dieser Stelle ist diese Veranstaltung zu 100 % bereits abgestürzt. Eine Frau aus dem kirchlichen Umfeld, komplett inkompetent in der Sache und nicht fähig sinnvolle Worte zu sinnvollen Sätze zusammenzufügen – PEINLICH. Das weitere Rahmenprogramm bestand aus einer Musikgruppe aus Heidelberg die vollkommen deplaziert an dieser Stelle war und nichts weiter beizutragen hatte als am Ende ihre Band-CD anzubieten. An inhaltlosem Wahnsinn nicht zu überbieten.

Zu allerletzt des Anfangsspektakels wurde noch eine Grußbotschaft des Filmemachers zum Besten gegeben – allerdings so schlecht, daß es für den Inhalt leider keinerlei Gehör finden konnte.

Nun startet also der Film – 90 Minuten – Selbstbestätigung der 68er Generation. Fazit, in der Sache sicherlich richtig aber komplett am Filmtitel vorbei. Eine Revolution bedeutet Aufbruch, neue Ideen, Konzepte und Risiko. Neues ausprobieren und auch ein Scheitern in Betracht zu ziehen. Nichts von einer Idee der Aktivierung wurde im Film realisiert. Vielmehr stellten die Altvorderen dar, wie toll sie sind. Zentral das Böse und Gute sollte alte Denkmuster aktivieren. Ein Film für die Renterkombo nicht für den Aufbruch von morgen.

Mein Sohn reagierte gereizt und empfand diesen Film als Beleidigung der jungen Generation. Die Fokusierung auf das Energiethema ohne weiterführende, visionäre Ideen war wie ein Schock. Wir hatten an diesem Abend noch eine lange Diskussion das den Generationenkonflikt deutlich machte. Der Vorwurf mit diesem Film das Problem darzustellen, die Botschaft die Politik muss etwas tun, die Konzerne bzw. das Kapital ist Böse und die alten Aktivisten sind die Guten. Die Wissenschaft, die junge Generation wurde komplett ausgelassen. Die Alten dürfen sich wieder in die Hängematte legen und werden mit dem Argument jetzt herumlaufen: „Wir können eh nichts machen“ also können wir gerade so weitermachen in unserer Ökoecke. Schön im Bioladen einkaufen, Grün wählen, die TAZ lesen und sich in seinem Ökohäuschen wohl fühlen.

So kann keine Revolution funktionieren.

Die Aktivierungsgruppe in Mannheim für den ersten Filmabend war nicht einmal in der Lage den Kinosaal mit ca. 250 Sitzplätzen zu füllen. Unsere 100 Karten abgezogen waren diese Leute nicht in der Lage 100 weitere Menschen in Mannheim und Umgebung zu aktivieren. Offensichtlich verfügen diese Leute über kein Kampagnenwissen. Vielleicht sollten sie mal bei der Piratenpartei vorbeischauen um zu lernen.

Die Fokusierung auf Hermann Scheer als Protagonist für eine Veränderung hat nicht funktioniert. Der Eindruck hier ein garstiges „Ökorumpelstilzchen“ präsentiert zu bekommen kann nichts bewirken. Offensichtlich war dieser Film für den Filmemacher mehrere Nummern zu groß. Letztendlich hat dieses Projekt einen Bärendienst der zur Zeit aktiven Gruppen bewirkt. Interessant auch, daß NGO’s überhaupt nicht vorgekommen sind.

Was bleibt – sicher für einige MitarbeiterInnen neue Fakten zum Thema – vielleicht auch eine gewisse Hinführung zur Energieproblematik. Frustration bei aktiven Menschen und sicher für mich die Erkenntnis in Zukunft noch genauer im Vorfeld die Projekte auf Tauglichkeit abzuprüfen.

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