Knoten

Ein Knoten ist ein faszinierendes Element. Wenn wir ein Netz betrachten, was nehmen wir wahr, die Knoten oder die Verbindung zwischen einzelnen Knoten?

Der Knoten selbst fristet ein nicht so prominentes Dasein gegenüber der Gesamterscheinung des Netzes. Zeichnen wir ein Netz, dann zeichnen wir Linien die sich kreuzen. Was passiert an diesem Kreuzungspunkt. Dieser Kreuzungspunkt ist das wesentliche Element um überhaupt ein Netz zu erkennen. Sonst würden wir nur Linien sehen. Die Linie ist das „Dazwischen“, das kann vielerei sein, vielfältige Qualitäten und Materialien können an dieser Stelle eingesetzt werden. Entscheidend ist, wie kreuzen sich diese Materialien, liegen sie nur übereinander, ohne Beziehung oder sind sie miteinander verschränkt. Das dicke Knäul einer Verschränkung am Kreuzungspunkt, genau da findet Begegnung statt. Dieser Knoten beschreibt die Qualität von Kommunikation, hier treffen die verschiedenen Materialien und Qualitäten, vielleicht auch Informationen, Wahrheiten bzw. Wahrnehmungen aufeinander und verweben sich im besten Fall zu etwas Neuem. Etwas was vorher noch nicht existent und vorstellbar war. Dieses Neue entsteht aus der Verschränkung an diesem Kreuzungspunkt.

Vergleichbar die Betrachtung in der Baustatik – die Verbindungsstelle in einem Tragwerk. Die einzelnen Knoten sind mit verschiedenen Materialien miteinander verbunden und erst durch die Verbindung mehrerer Knoten entsteht ein Tragwerk, vergleichbar eines Netzes. Aus Sicht der statischen Anschauung wirken verschiedene Arten von Kräfte auf einen Knoten. Es darf gezogen, geschoben, gedreht oder belastet werden, evtl. braucht es einen Schutz gegen Elemente wie Feuer, Wasser oder Chemikalien aus der Luft. Das spannende ist, daß ein Tragwerk mit vielen Knoten im gesamten eine Wirkung erzeugt. So kann ein Tragwerk (Netzwerk) über innere Knoten und Randknoten verfügen, diese Knoten kommunizieren zwar nicht direkt miteinander aber man könnte diverse Zielgrößen oder evtl. auftretende Spannungen berechnen.

Die Ingenieure wollen diese Wirkungen möglichst in der Theorie vorbestimmen bzw. berechnen. So werden möglichst viele  Elemente miteinander in Beziehung gesetzt und z.B. die Unbekannte (Spannung) gesucht. Vielleicht könnten das bestimmte Potentiale oder Verschiebungen sein.

So gesehen ist die Idee des Knoten in der Kommunikation ein wesentlicher, vielleicht gar der wichtigste Moment und auch der schwierigste Zugleich. Knoten sind wichtig, sie sollten stabil und nachhaltig sein, sie sollten möglichst vorbestimmbar reagieren. Lösen wir die Knoten auf, wird sich unweigerlich das vorhandene Netzwerk oder Tragwerk auflösen. Die einzelnen Elemente sind jeder für sich vorhanden, die Wirkung der Knoten-Verbindung ist wirkungslos. Es gehört also dazu die Knoten zu pflegen – zu lose oder zu fest – beides sind Zustände die jeweils eine Gegenteilige Wirkung auslösen. So gilt es die richtige Verknotung zu finden, das Gefühl zu entwickeln, die Balance zwischen fest und lose.

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