Referenzmodell für menschliches Verhalten

Tagtäglich bin ich fasziniert wie sich Menschen im Unternehmen verhalten, wie sie  sich einbringen, wie sie miteinander kommunizieren oder wie sie eine Nichtkommunikation pflegen.

Um Organisationen nachhaltig und erfolgreich zu entwickeln, stellt sich die Frage bzw.  nach einer Idee wie ein Modell menschlichen Verhaltens  zu simulieren aussehen könnte. Wie verhalten sich die Menschen in einem bestimmten sozialen Umfeld.

Mitarbeiter in einem Unternehmen sind vergleichbar mit einem organischen Netzwerk oder einem Organisations-Netzwerk. Egal in welcher Situation sich ein Mitarbeiter befindet, er wird spontan handeln ob überlegt oder automatisiert und das Problem bzw. seine Aufgabe lösen. D.h.  Dieses emergente Verhalten ist die wesentliche Grundlage für eine funktionierende Organisation/Gesellschaft mit flachen hierarchischen Strukturen.

Als Beispiel sei auf eine örtliche Katastrophe hinzuweisen:  Sofort werden auf eigene Faust Hilfs- und Rettungsaktivitäten übernommen. Die Menschen besitzen regionales Wissen, sind ortskundig, flexibel und belastbar.

„Menschliches Verhalten weist eine in hohem Maße komplexe Struktur auf. Es wird beeinflusst durch physische, emotionale, kognitive und soziale Faktoren. Der Mensch wird demzufolge als eine psychosomatische Einheit mit kognitiven Fähigkeiten gesehen, die in eine soziale Umgebung eingebettet ist.“*

Vor einigen Jahren hatte ich einen Aufschrieb über „PECS“ gemacht und finde das heute genauso spannend.

PECS steht für:

Physical conditions
Emotional state
Cognitive capabilities
Sozial status

und ist ein Referenzmodell, das diese Faktoren einschließlich ihrer Wechsel­wirkungen zu spezifizieren und zu modellieren gestattet.

Ausgegangen wird von zwei grundsätzlichen Aspekte zur Steuerung von Verhalten:

Reaktives Verhalten, also ein Verhalten das feste Regeln folgt und entsprechende Denkvorgänge voraussetzt. Einmal kann dies instinktiv oder erlernt erfolgen. Konnt eine inner psychische Antriebskraft dazu oder gar eine Emotion, kann das direkten Einfluss auf das Verhalten nehmen. Es geht immer um Bedürfnisse zu befriedigen – ob diese nun physisch, sozial oder kognitive Bereiche betreffen. Das kann durch triebgesteuertes Verhalten oder emotional gesteuertes Verhalten geschehen. Eine weitere Möglichkeit ist das deliberative Verhalten.:  Keine festen Regeln, durch Ausprobieren und Probehandeln oder mit der Auseinandersetzung an theoretischen Modellen wird das Ziel erreicht. Es entsteht eine Bewusstseinskette die auf das Ziel zuführt. Dies kann einmal mit konstruktivem Verhalten oder mit reflektivem Verhalten geschehen.

An dieser Stelle möchte ich den Begriff evolutionäre Organisations- oder Unternehmensentwicklung einführen. Jeder Schritt bedeutet eine zusätzliche Erweiterung der Organisation und daher eine verbesserte Anpassung mit einer erhöhten Überlebenswahrscheinlichkeit.

„Der Mensch steht im Mittelpunkt“ ist die wichtigste Grundannahme für erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Der Mensch als entwickelster Organismus ist äußerst komplex.

Wenn wir menschliches Verhalten modellieren und damit verstehen wollen, sollten wir alle Formen wie physische Situation, emotionaler Zustand, kognitive Fähigkeiten und soziale Bindung mit einbeziehen. Ziel soll sein, daß Prozesse und Entwicklungen verstehbar und zu einem gewissen Grad vorhersagbar werden.

Wer mehr darüber erfahren möchte:

The Modelling of Human Behaviour

Bernd Schmidt
Erlangen: SCS Publications 2000
Cloth: ISBN 1-565-55211-3

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