Angst

Das Frühstücksgespräch drehte sich um das Thema „Angst“ – ausglöst durch einen Artikel in der taz – einem Interview mit Reinhold Messner.

In unserer heutigen Lebenssituation hier im reichen Deutschland einmal Gedanken zum Thema Angst zu machen ist schon eine Herausforderung. In welcher Situation ist heute die Angst ein wichtiger Helfer für uns?

Messner beschreibt durch seine Erfahrungen die Angst. Interessant folgende Antwort. „Wenn ich keine Angst hätte, wäre ich nicht mehr am Leben. Die Angst sagt mir, bin ich jetzt in der Lage, Schritt für Schritt weiter nach oben gehen? Die Angst kommt aber nur, wenn ich ausgesetzt bin. Wenn ich weit weg bin von jeder Hilfestellung und Rettungsmöglichkeit. Unsere Zivilisation haben wir nur geschaffen, weil wir sicher sein wollten. Kleine Städtchen mit Mauer drum herum, damit die Feinde nicht hereinkommen. Das musste der Mensch machen, sonst hätte er nicht überlebt. Aber er wird auch immer ungeschickter dabei.“

siehe taz vom 2./3.1.2010 / S.16

zum Thema ein paar Zitate:

„Angst fügt einem nie Schaden zu. Was dem Geist schadet, ist: Immer jemanden hinter sich zu haben, der einen schlägt und sagt, was man tun oder lassen soll.“ – Carlos Castanede, Die Lehren des Don Juan

„Angst ist für die Seele ebenso gesund wie ein Bad für den Körper.“ – Maxim Gorki, Tagebuchnotizen und Erinnerungen, Aus: Skizzen. Berlin: Aufbau-Verlag, 1956. S. 46

„Die Menschen werden jenes Ding verfolgen, vor dem sie am meisten Angst haben.“ – Leonardo da Vinci, Philosophische Tagebücher

„Ich habe mir schon mit zwölf Jahren an die Kinderzimmer-Wand geschrieben:»Wo die Angst ist, geht es lang.« Ich habe mir im Leben immer Situationen gesucht, die mich forderten. Das ließ Ängste schwinden. Und damit machte sich ein tiefer Optimismus in mir breit.“ – Nina Ruge, auf die Frage, seit wann sie Optimist sei, Alverde, Ausgabe Juli 2008, S. 21

„Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist.“ – Hermann Hesse, Demian

„Zweifle nicht an dem, der dir sagt er hat Angst, aber hab Angst vor dem der dir sagt, er kenne keinen Zweifel.“ – Erich Fried, aus „100 Gedichte ohne Vaterland“

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